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Ratgeber

Heizkosten elektrischer Heizungen realistisch einschätzen

Elektrisches Heizen ist bequem, aber nicht automatisch günstig. Mit einer einfachen Formel schätzen Sie die Stromkosten realistisch ein - und entscheiden bewusst, wo sich eine elektrische Zusatzheizung lohnt.

Die Grundformel

So berechnen Sie die Kosten für den Betrieb einer elektrischen Heizung:

Leistung (kW) × Laufzeit (h) × Strompreis (€/kWh) = Kosten

Beispiel: Ein 1500-Watt-Heizlüfter entspricht 1,5 kW. Läuft er 3 Stunden bei einem Strompreis von 0,35 €/kWh, kostet das 1,5 × 3 × 0,35 = rund 1,58 € am Tag.

Beispielkosten nach Gerätetyp

Die folgende Tabelle ist eine reine Beispielrechnung mit einem angenommenen Strompreis von 0,35 €/kWh und 3 Stunden Betrieb pro Tag über 30 Tage. Setzen Sie unbedingt Ihren eigenen Tarif und Ihre tatsächliche Nutzung ein - dann werden die Werte für Sie aussagekräftig.

Gerätetyp Leistung Kosten / Stunde Beispiel / Monat
Steckdosen-Heizlüfter (Bad) 500 W 0,17 € 15,75 €
Infrarot-Heizpaneel 600 W 0,21 € 18,90 €
Keramik-Heizlüfter 1500 W 0,52 € 47,25 €
Konvektor 2000 W 0,70 € 63,00 €
Ölradiator 2000 W 0,70 € 63,00 €
Infrarot-Heizstrahler 2000 W 0,70 € 63,00 €

Rechenbeispiel zur Veranschaulichung, keine garantierten Verbrauchswerte. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Strompreis, Laufzeit, Raum und Nutzung ab.

Elektrisch heizen: bequem, aber selten die günstigste Wärme

Direkte Elektroheizungen wie Heizlüfter, Konvektoren, Ölradiatoren, Infrarotheizungen und Heizstrahler wandeln Strom nahezu vollständig in Wärme um. Das klingt effizient, sagt über die Kosten aber wenig aus: Entscheidend ist der Preis der eingesetzten Energie. Strom kostet pro Kilowattstunde deutlich mehr als Gas, und eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Heizwärme. Als alleinige Dauerheizung für die ganze Wohnung ist eine direkte Elektroheizung deshalb meist die teurere Lösung.

Sinnvoll ist elektrisches Heizen vor allem dort, wo gezielt und zeitlich begrenzt geheizt wird. Ein selten genutztes Gästezimmer, ein Hobbyraum, ein kurz genutzter Arbeitsplatz oder ein Bad, das morgens schnell warm werden soll - in solchen Fällen kann eine elektrische Zusatzheizung günstiger sein, als einen ganzen wenig genutzten Raum dauerhaft mitzuheizen. Auch als Ergänzung an kalten Übergangstagen, bevor die zentrale Heizung anspringt, hat sie ihren Platz – wann sich das konkret lohnt, ordnet unser Ratgeber Übergangszeit heizen genauer ein.

So senken Sie die Kosten

Der größte Hebel ist die Laufzeit. Ein Thermostat - integriert oder als Steckdosen-Thermostat - schaltet die Heizung ab, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist, und verhindert unnötiges Durchheizen. Programmierbare oder WLAN-Modelle heizen nur dann, wenn der Raum genutzt wird. Heizen Sie außerdem nur den Raum, in dem Sie sich aufhalten, halten Sie Türen geschlossen und stellen Sie das Gerät so auf, dass die Wärme nicht an kalten Außenwänden oder hinter Möbeln verpufft.

Welcher Gerätetyp am besten passt, hängt vom Einsatz ab: Für schnelle Wärme im Bad eignen sich Keramik-Heizlüfter, für gleichmäßige Wärme im Wohnraum Infrarotheizungen oder Konvektoren, und für gezielte Wärme im Freien Heizstrahler. Wichtig bleibt: Beratung ersetzt keine Elektroinstallation. Fest angeschlossene Geräte gehören in die Hände eines Elektro-Fachbetriebs.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich die Stromkosten einer Elektroheizung?
Die Grundformel lautet: Leistung in Kilowatt mal Laufzeit in Stunden mal Strompreis pro Kilowattstunde. Ein 1500-Watt-Gerät entspricht 1,5 kW. Läuft es eine Stunde, verbraucht es 1,5 kWh. Bei einem Strompreis von 0,35 Euro pro kWh kostet diese Stunde also rund 0,53 Euro. Multiplizieren Sie das mit Ihren tatsächlichen Betriebsstunden.
Ist elektrisches Heizen teurer als Gas oder Wärmepumpe?
In der Regel ja. Strom kostet pro Kilowattstunde deutlich mehr als Gas, und eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme. Eine direkte Elektroheizung wandelt Strom zwar nahezu vollständig in Wärme um, bleibt als alleinige Dauerheizung aber meist die teurere Lösung.
Wann kann sich eine elektrische Zusatzheizung trotzdem lohnen?
Sinnvoll kann sie in Räumen sein, die nur selten oder kurz beheizt werden - etwa ein Gästezimmer, ein Hobbyraum oder ein Arbeitsplatz, an dem man morgens schnell Wärme braucht. Auch dort, wo kein anderer Wärmeanschluss verfügbar ist, ist sie eine praktische Ergänzung. Als kurzfristige, gezielte Wärme ist sie oft günstiger, als einen ganzen wenig genutzten Raum dauerhaft mitzuheizen.
Spart ein Thermostat wirklich Kosten?
Ein Thermostat macht den Strom nicht billiger, reduziert aber die Laufzeit: Es schaltet die Heizung ab, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist. Weniger Betriebsstunden bedeuten weniger Verbrauch - genau hier liegt das Sparpotenzial. Programmierbare oder WLAN-Thermostate helfen zusätzlich, nur dann zu heizen, wenn der Raum genutzt wird.
Welche Leistung verbraucht am meisten?
Der Verbrauch steigt direkt mit der Leistung und der Laufzeit. Ein 2000-Watt-Konvektor verbraucht doppelt so viel wie ein 1000-Watt-Gerät bei gleicher Laufzeit. Entscheidend ist aber die tatsächliche Betriebszeit: Ein starkes Gerät, das dank Thermostat nur kurz läuft, kann günstiger sein als ein schwaches, das dauerhaft durchheizt.