Stromkosten bei Elektroheizung senken: Praktische Tipps
Elektroheizungen verbrauchen viel Strom – aber mit den richtigen Maßnahmen senken Sie die Kosten deutlich. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen praktische Tipps zur Kostenoptimierung.
Thermostat
20–30 %
Ersparnis
Temperatur Senken
6 % pro °C
Strom sparen
Isolierung
20–30 %
langfristig
Thermostat installieren: Das wichtigste Sparpotential
Ein Thermostat ist die effektivste Sofortmaßnahme. Es regelt die Heizung automatisch: sobald die Zieltemperatur erreicht ist, schaltet es ab, bei Temperaturfällen wieder an. Dadurch läuft die Heizung nicht ständig auf Vollleistung, sondern nur noch, wenn nötig.
Sparpotential: 20–30 Prozent. Der niedrige Stromverbrauch entsteht dadurch, dass das Gerät intelligent an/ausschaltet. Steckerfertige Thermostate liegen im Einstiegssegment und sind schnell nachgerüstet – Sie stecken sie zwischen Stecker und Steckdose ein.
Für fest installierte Heizungen sollten Sie einen Elektro-Fachbetrieb konsultieren, um ein passendes Thermostatsystem zu wählen.
Temperatur senken: Einfach, aber wirkungsvoll
Die Raumtemperatur um 1°C zu senken spart etwa 6 % Heizenergie. Beispiel:
- Zieltemperatur 22°C statt 20°C: +12 % Stromkosten, ca. +25 € monatlich
- Zieltemperatur 18°C statt 20°C: -12 % Stromkosten, ca. -25 € monatlich
Empfohlene Temperaturen:
- Wohnzimmer (tagsüber viel genutzt): 20–21°C
- Schlafzimmer: 16–18°C (kühler fördert Schlaf)
- Home Office: 20°C (angenehm, nicht zu warm für Konzentration)
- Nachts in nicht-genutzten Räumen: 14–15°C (nur Grundwärmung)
Zeitplan und Wochenplaner nutzen
Mit digitalen Thermostaten oder separaten Zeitschaltern steuern Sie, wann die Heizung aktiv sein darf:
- Werktags: Mo–Fr 6:00–9:00 Uhr (morgens) und 17:00–22:00 Uhr (abends) – Mittagsheizung nur, wenn Sie zuhause arbeiten
- Wochenende: 8:00–23:00 Uhr flexibel
- Urlaub: Heizung auf Mindesttemperatur (14–15°C) reduzieren
- Nachts: Reduzieren auf 16–17°C oder ausschalten (je nach Raum)
Sparpotential: 25–35 Prozent, weil die Heizung nur läuft, wenn Sie anwesend sind oder zumindest ein Grund für Wärmung besteht.
Schnelle, einfache Maßnahmen
Fenster und Türen abdichten: Luftzug kostet Heizenergie. Butyldichtband oder Dichtungsbürsten an Fenstern und Türen reduzieren Wärmeverlust um 5–10 %. Kosten: Einstiegssegment pro Fenster/Tür, Selbstmontage.
Vorhänge und Rollläden: Nachts herunterlassen reduziert Wärmeverlust über Fenster um 10–20 %. Am Tag heraufziehen für Sonneneinstrahlung.
Möbel nicht vor Heizung: Wenn ein Heizlüfter oder Konvektor die Luft nicht frei zirkulieren kann (großer Schrank direkt davor), arbeitet er ineffizient. Freiraum schaffen spart Strom.
Regelmäßig lüften, nie auf Kipp: Kurz (5 Minuten) weit öffnen ist besser als stundenlang auf Kipp – die Wärme geht schneller raus, aber die Wände kühlen nicht ab.
Investitionen für längerfristige Ersparnisse
Fenster-Isolierung/Austausch (höheres Preissegment pro Fenster): Neue 3-Fach-Verglasungsfenster senken den Heizenergiebedarf um 20–30 % dauerhaft. Lohnt sich, wenn Sie lange bleiben und andere Heizarten ebenfalls nutzen.
Innendämmung (mittleres Preissegment pro m²): Styropor- oder Mineralfaser-Verkleidung auf Außenwänden reduziert Wärmeverlust erheblich. Größere Investition, aber langfristig rentabel.
Smarter Thermostat (Premiumklasse): WLAN-fähige Regler, steuerbar per App, mit Geofencing (Heizung startet, wenn Sie nach Hause fahren). Maximale Automation und Ersparnis.
Betriebsmodus optimieren: Infrarot vs. Konvektor
Infrarotheizungen können sparsamer sein, wenn Sie gezielt nur den Aufenthaltsort wärmen. Mit Konvektoren brauchen Sie höhere Leistung für den ganzen Raum. Die Kombination ist oft ideal: Infrarot zur gezielten Zusatzwärme, ein mobiler Konvektor für Grundwärmung.
Nachtstrom-Tarif nutzen
Wenn Sie einen separaten Nachtstrom-Vertrag haben, wird Strom nachts (typisch 22:00–6:00 Uhr) günstiger – oft um 30–40 %. Ein Wochenplan-Thermostat, der die Heizung hauptsächlich nachts aktiv hat und tagsüber reduziert, nutzt diese Ersparnis aus. Besonders sinnvoll, wenn Sie tagsüber nicht zuhause sind.
Checkliste: Schritt für Schritt sparen
- Thermostat besorgen und einbauen (+20–30 % Ersparnis)
- Temperaturziel überprüfen und ggf. 1–2°C senken (+6–12 % Ersparnis)
- Wochenplan/Timer einstellen, wenn möglich (+25–35 % Ersparnis)
- Fenster und Türen abdichten (+5–10 % Ersparnis)
- Vorhänge nachts nutzen (+5–15 % Ersparnis)
- Nachtstrom-Tarif prüfen, falls sinnvoll (bis -30 % Ersparnis)
- Langfristig: Fenster/Isolierung verbessern (+20–30 % Ersparnis)
Weitere Tipps zu Thermostaten finden Sie in unserem Heizungs-Zubehör.