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Ratgeber

Infrarotheizung: Stromverbrauch und Kosten berechnen

Eine Infrarotheizung verbraucht so viel Strom, wie ihre Leistung in Watt vorgibt, multipliziert mit der Zeit, in der das Heizelement tatsächlich heizt. Ein Gerät mit 600 Watt nimmt bei Dauerbetrieb 0,6 Kilowattstunden (kWh) pro Stunde auf. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 € je kWh sind das 0,21 € pro Stunde. Wie viele Stunden das Heizelement im Alltag wirklich läuft, hängt von Raum, Dämmung, Wunschtemperatur und Regelung ab und lässt sich seriös nur durch Messung ermitteln.

Dieser Ratgeber zeigt die Rechnung Schritt für Schritt, liefert eine Tabelle für die gängigen Leistungsstufen und rechnet drei Alltagsbeispiele durch. Alle Zahlen sind Rechenbeispiele mit offen genannten Annahmen, keine Messwerte und keine Prognose für Ihren Haushalt. Ersetzen Sie den Strompreis durch den Arbeitspreis aus Ihrem Tarif (Cent je kWh, ohne Grundpreis), dann stimmt die Rechnung für Sie.

Die Formel: Watt × Stunden × Strompreis

Der Stromverbrauch einer Elektroheizung folgt immer derselben Formel, auch bei Infrarot:

Leistung in Watt ÷ 1.000 = Leistung in kW kW × Betriebsstunden = Verbrauch in kWh kWh × Strompreis = Kosten in Euro

Beispiel mit 450 Watt: 450 ÷ 1.000 = 0,45 kW. Acht Stunden Dauerbetrieb ergeben 0,45 × 8 = 3,6 kWh. Bei 0,35 €/kWh (Annahme) sind das 3,6 × 0,35 = 1,26 €.

Wichtig dabei: Die Leistung in Watt steht im Datenblatt oder auf dem Typenschild. Sie ist die Leistungsaufnahme bei voller Leistung. Weil eine Elektroheizung den Strom vollständig in Wärme umsetzt, gilt: 1 kWh Strom ergibt 1 kWh Wärme. Ein Verbrauchsvorteil lässt sich deshalb nicht aus dem Heizprinzip ableiten, sondern nur aus der Leistung, der Laufzeit und der Regelung.

Tabelle: Verbrauch und Kosten nach Leistungsstufe (Dauerbetrieb)

Die Leistungsstufen entsprechen den Infrarotheizungen, die im Katalog der Site stehen (300, 450 und 600 Watt) sowie zwei weiteren gängigen Stufen zum Vergleich. Alle Werte gelten für Volllast ohne Pause und 0,35 €/kWh (Annahme).

LeistungkWh pro StundeKosten pro Stunde4 Stunden8 Stunden24 Stunden
300 W0,300,105 € (rund 0,11 €)1,2 kWh · 0,42 €2,4 kWh · 0,84 €7,2 kWh · 2,52 €
450 W0,450,1575 € (rund 0,16 €)1,8 kWh · 0,63 €3,6 kWh · 1,26 €10,8 kWh · 3,78 €
600 W0,600,21 €2,4 kWh · 0,84 €4,8 kWh · 1,68 €14,4 kWh · 5,04 €
1.000 W1,000,35 €4,0 kWh · 1,40 €8,0 kWh · 2,80 €24,0 kWh · 8,40 €
2.000 W2,000,70 €8,0 kWh · 2,80 €16,0 kWh · 5,60 €48,0 kWh · 16,80 €

Die Tabelle zeigt die Obergrenze: Kein Gerät läuft mit Thermostat 24 Stunden am Stück mit voller Leistung. Sie hilft aber, Geräte unterschiedlicher Leistung gegeneinander zu halten, und zeigt, warum die Wattzahl ein zentraler Kostenfaktor beim Kauf ist. Den Weg vom Tabellenwert zum realen Verbrauch beschreibt der nächste Abschnitt.

Mit Thermostat: Die Laufzeitquote ist der Unsicherheitsfaktor

Hat die Infrarotheizung ein eingebautes oder vorgeschaltetes Thermostat, schaltet das Heizelement ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, und später wieder ein. Es läuft dann nur einen Anteil der Zeit, die Laufzeitquote. Wie hoch diese Quote ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe und Dämmung des Raums und Zustand der Fenster
  • Außentemperatur
  • gewählte Wunschtemperatur
  • Leistung des Geräts im Verhältnis zum Raum (ein stark dimensioniertes Gerät erreicht die Temperatur schneller und schaltet öfter ab)
  • Lüften und offene Türen

Eine allgemeingültige Quote gibt es nicht. Das folgende Beispiel zeigt deshalb drei ausgedachte Quoten, um die Wirkung zu verdeutlichen: Ein Homeoffice-Arbeitsplatz mit einer 450-Watt-Infrarotheizung, 8 Stunden Anwesenheit am Tag, 20 Arbeitstage im Monat, 0,35 €/kWh (Annahme).

Angenommene LaufzeitquoteVerbrauch pro TagKosten pro TagVerbrauch pro Monat (20 Tage)Kosten pro Monat
100 % (Dauerbetrieb)3,6 kWh1,26 €72,0 kWh25,20 €
60 %2,16 kWhrund 0,76 €43,2 kWhrund 15,12 €
40 %1,44 kWhrund 0,50 €28,8 kWhrund 10,08 €

Rechenweg für die 60-%-Zeile: 0,45 kW × 8 h × 0,6 = 2,16 kWh; 2,16 kWh × 0,35 € = 0,756 €; × 20 Tage = 15,12 €.

Welche Quote auf Sie zutrifft, wissen Sie erst nach einer Messung. Der Unterschied zwischen 40 % und 100 % beträgt in diesem Beispiel rund 15 € im Monat. Das zeigt, wie viel die Regelung ausmacht und wie wenig sich allein aus der Wattzahl ablesen lässt.

Drei Alltagsbeispiele mit offenen Annahmen

1. Spiegel-Infrarotheizung im Bad, morgens eine halbe Stunde. Annahmen: 600 W (so viel hat die Könighaus Spiegel-Infrarotheizung im Katalog), 0,5 Stunden täglich, 30 Tage, Volllast, 0,35 €/kWh. Rechnung: 0,6 kW × 0,5 h = 0,3 kWh pro Tag; × 0,35 € = 0,105 € pro Tag; × 30 Tage = 9,0 kWh und 3,15 € im Monat. Ob ein Spiegelgerät für Ihr Bad geeignet ist und was beim Aufstellen im Feuchtraum gilt, steht in der Anleitung des Herstellers und im Ratgeber Elektroheizung im Badezimmer.

2. Sofa-Wärme am Abend. Annahmen: 600 W, 4 Stunden pro Abend, 30 Tage, Laufzeitquote 60 % (ausgedacht), 0,35 €/kWh. Rechnung: 0,6 kW × 4 h × 0,6 = 1,44 kWh pro Abend; × 0,35 € = 0,504 € pro Abend; × 30 = 43,2 kWh und rund 15,12 € im Monat.

3. Großes Paneel im Hobbyraum, nur am Wochenende. Annahmen: 2.000 W, 3 Stunden pro Tag, 8 Tage im Monat, Laufzeitquote 50 % (ausgedacht). Rechnung: 2 kW × 3 h × 0,5 = 3 kWh pro Tag; × 0,35 € = 1,05 € pro Tag; × 8 Tage = 24 kWh und 8,40 € im Monat. Für die Frage, welche Leistung ein Raum überhaupt braucht, hilft Watt pro Quadratmeter berechnen.

Die Quoten in diesen Beispielen sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Erfahrungswerte.

Heizsaison hochgerechnet: ein Beispiel mit drei Quoten

Rechnet man das Homeoffice-Beispiel auf eine angenommene Heizsaison von 100 Arbeitstagen (rund fünf Monate mit je 20 Tagen) hoch, ergibt sich bei 450 W und 8 Stunden täglich:

Laufzeitquote (Annahme)Verbrauch HeizsaisonKosten bei 0,35 €/kWh (Annahme)
100 %360 kWh126,00 €
60 %216 kWh75,60 €
40 %144 kWh50,40 €

Die Spanne zeigt: Ein einzelnes kleines Gerät, das nur den Arbeitsplatz wärmt, bleibt rechnerisch im überschaubaren Bereich. Das ist keine Aussage darüber, ob 450 Watt für Ihren Raum genügen. Dafür zählen Raumgröße, Dämmung und Ihr Wärmeempfinden. Ein Ersatz für die Zentralheizung ist so ein Gerät nicht; wie sich die Kosten bei mehreren Räumen entwickeln, rechnet der Ratgeber Infrarotheizung als Hauptheizung durch.

Stromverbrauch selbst messen

Der verlässlichste Weg zur Laufzeitquote ist ein Energiekosten-Messgerät (Zwischenstecker mit Zähler). Es wird zwischen Steckdose und Heizung gesteckt und zeigt die verbrauchten Kilowattstunden. Gehen Sie so vor:

  1. Messgerät einstecken, Zählerstand notieren oder zurücksetzen.
  2. Heizung wie gewohnt betreiben, zum Beispiel eine Arbeitswoche lang.
  3. Verbrauch in kWh ablesen und durch die Betriebsstunden teilen, um den Durchschnitt zu erhalten.
  4. Die Quote berechnen: Durchschnittsleistung ÷ Gerätleistung.

Beispiel: Zeigt das Messgerät nach fünf Arbeitstagen à 8 Stunden 9 kWh an, ist die durchschnittliche Leistung 9 kWh ÷ 40 h = 0,225 kW (225 W). Bei einem 450-Watt-Gerät entspricht das einer Quote von 50 %. Mit dem gemessenen Wert können Sie Monats- und Saisonkosten für Ihren Tarif hochrechnen. Wenn ein Gerät mit App oder Display ausgestattet ist, kann es auch außerhalb der Heizzeit Strom aufnehmen (Standby); ob und wie viel, nennt das Datenblatt, und das Messgerät zeigt es.

Was den Verbrauch tatsächlich beeinflusst

Weil die Heizung Strom 1:1 in Wärme umsetzt, wirken diese Stellschrauben auf die Rechnung:

  • Leistung passend zum Raum wählen. Zu klein: Der Raum wird nicht warm, das Gerät läuft dauernd. Zu groß: höhere Anschaffungskosten, aber mit Thermostat nicht zwingend höherer Verbrauch. Hilfe: Watt pro Quadratmeter berechnen.
  • Thermostat und Zeitplan nutzen. Ein Thermostat für Elektroheizung verhindert Dauerbetrieb. Steckdosenthermostate sind im Katalog unter Heizungs-Zubehör zu finden. Prüfen Sie im Datenblatt, ob die Gerätleistung zur maximalen Schaltleistung des Thermostats passt.
  • Wunschtemperatur senken. Jedes Grad weniger verkürzt die Laufzeit; um wie viel, hängt vom Raum ab und lässt sich nur messen.
  • Sichtlinie freihalten. Möbel vor dem Paneel nehmen dem Sitzplatz Wärme; Hinweise dazu im Ratgeber Infrarotheizung richtig positionieren.
  • Lüften mit Plan. Kurz und kräftig lüften ist weniger Wärmeverlust als dauerhaft gekippte Fenster, deren Heizlast die Heizung ausgleichen müsste.
  • Strompreis prüfen. Der Arbeitspreis in Ihrem Vertrag schlägt direkt auf jede Rechnung dieser Seite durch. 0,25 € oder 0,45 € statt 0,35 € verändern alle Kosten proportional.

Vergleich: gleiche Watt, gleiche Kosten

Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt kostet im Dauerbetrieb 0,70 € pro Stunde, genauso wie ein Infrarotpaneel mit 2.000 Watt. Der Unterschied liegt nicht im Verbrauch pro Watt, sondern in der Frage, ob Sie Raumluft oder einen Sitzplatz wärmen wollen und welche Leistung dafür nötig ist. Diese Frage klären Infrarotheizung oder Heizlüfter und der Dreifachvergleich Infrarotheizung, Heizlüfter oder Ölradiator. Rechenwege und Tabellen für Geräte, Stunden und Strompreis bietet der Heizkosten-Rechner.

Beispiele aus dem Katalog (Angaben laut Hersteller)

Leistung und Ausstattung stehen in den Produktkarten. Die Kosten pro Stunde lassen sich mit der Tabelle oben ablesen.

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Könighaus Spiegel-Infrarotheizung 600 W mit Thermostat

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Zum Regeln des Betriebs passen Steckdosenthermostate (Schaltleistung vor dem Kauf mit der Gerätleistung abgleichen):

CSL Steckdosenthermostat programmierbar mit Anti-Frost-Modus

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung mit 600 Watt?
Bei Dauerbetrieb 0,6 kWh pro Stunde. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 €/kWh sind das 0,21 € pro Stunde und 1,68 € für acht Stunden. Mit Thermostat läuft das Heizelement nur einen Teil der Zeit, daher liegt der reale Verbrauch meist darunter. Wie weit, zeigt nur eine Messung.
Was kostet eine Infrarotheizung mit 450 Watt pro Monat?
Rechenbeispiel: 450 W, 8 Stunden an 20 Tagen, 0,35 €/kWh (Annahme). Bei Dauerbetrieb sind das 72 kWh und 25,20 €. Bei einer angenommenen Laufzeitquote von 60 % sind es 43,2 kWh und rund 15,12 €. Die Quote hängt von Raum und Nutzung ab.
Verbraucht eine Infrarotheizung weniger Strom als ein Heizlüfter?
Bei gleicher Leistung und gleicher Laufzeit nehmen beide gleich viel Strom auf, denn der Strom wird bei beiden vollständig in Wärme umgesetzt. Unterschiede ergeben sich aus der gewählten Leistung, der Regelung und der Frage, was beheizt werden soll.
Wie berechne ich die Kosten pro Stunde?
Leistung in Watt durch 1.000 teilen und mit dem Strompreis je kWh multiplizieren. Beispiel: 1.000 W ÷ 1.000 = 1 kW; 1 kW × 0,35 €/kWh (Annahme) = 0,35 € pro Stunde.
Wie finde ich heraus, wie oft die Heizung wirklich läuft?
Mit einem Energiekosten-Messgerät zwischen Steckdose und Heizung. Es zeigt die verbrauchten kWh. Teilen Sie den Wert durch die Betriebsstunden und anschließend durch die Gerätleistung, dann kennen Sie die Laufzeitquote.